* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Letztes Feedback






CSU steht zu Sprachvorgaben

rotz großer Kritik hält die CSU an ihren umstrittenen Sprachvorgaben für Migranten fest: Zuwanderer sollen nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch daheim in ihren Familien deutsch sprechen.

Stand: 07.12.2014

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sieht keinen Grund, von der umstrittenen Forderung abzurücken.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sieht keinen Grund, von der Forderung abzurücken, dass Zuwanderer auch in ihrer Familie deutsch sprechen sollen. "Die Entwürfe der Leitanträge zum Parteitag sind gut vorbereitet und breit abgestimmt", betonte er am Samstag.

"Der Parteivorstand wird diese am Montag unverändert, so wie vorgelegt, intensiv beraten."

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer

Zustimmung für den CSU-Vorstoß kommt vom Vorsitzenden des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach. "Für gute Integrationschancen sind Sprachkenntnisse von überragender Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, dass mit Kindern auch zu hause deutsch gesprochen wird", sagte er in der "Bild am Sonntag".

Viel Kritik für Vorschlag

Ansonsten hat CSU-Vorstoß für anhaltende Kritik gesorgt: Nicht nur die Opposition, auch die Regierungspartner der SPD und CDU reagieren teils mit Spott und Häme. Die CSU sei narrisch geworden, rügte der innenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, am Samstag. "Welcher Blockwart soll denn das kontrollieren?", fragte er. "Wie Menschen in ihren vier Wänden reden, geht in einem freien Land weder den Staat noch eine Partei etwas an." Selbst aus der CSU kommt Widerspruch. "Das ist ein Schmarrn! Machen wir dann demnächst die Videoüberwachung in den Küchen?", sagte der CSU-Landtagsabgeordneter Martin Neumeyer in der "Süddeutschen Zeitung".

Kritik an CSU-Sprachvorgaben

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi

"Staatliche Regulierung, was in heimischen Wohnzimmern passieren darf. Ich dachte, diese Zeiten hätten wir hinter uns gelassen. Die CSU ist in Absurdistan angekommen. Zum Schreien komisch, wenn es nicht so brandgefährlich wäre."

#YallaCSU: Viel Hohn und Spott im Netz

Auch im Internet hat der Leitantrags-Entwurf große Wellen geschlagen. Im Kurznachrichtendienst Twitter äußern sich Nutzer in ganz Deutschland unter dem Hashtag #YallaCSU sehr oft amüsiert bis entsetzt über den Parteivorschlag. Der Name des Hashtags ist ein ironischer Ermunterungszuruf nach dem arabischen "Yalla", das übersetzt etwa "Los, auf geht's!" bedeutet.

"Ich spreche ab sofort kein Bayerisch mehr zu Hause, sondern nur noch Deutsch...", kündigt eine Twitter-Nutzerin an. Viele äußern Zweifel an den Hochdeutschkenntnissen der Bayern. Auch die ironische Frage, ob die katholische Messe bald auf Deutsch gelesen werde, ist zu lesen.

"In der Familie deutsch sprechen"

Unter dem Titel "Integration durch Sprache" heißt es offiziell im Leitantrags-Entwurf, der dem Bayerischen Rundfunk vorliegt: "Ein gesellschaftliches Miteinander funktioniert nur, wenn alle dieselbe Sprache sprechen." Deshalb erwarte man von jedem Migranten, "dass er die deutsche Sprache lernt". Für Ausländer, die ohne Sprachkenntnisse einreisen oder hier bleiben dürfen, bieten wir Sprachförderung in allen Lebenslagen an."

Deutsch in allen Lebenslagen

Menschen, die nicht aus Deutschland stammen, sollen sich auch zu Hause in der Familie auf Deutsch unterhalten. "Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen". Wie diese Forderung realisiert werden soll, wird in dem Leitantragsentwurf nicht spezifiziert. Dafür aber, was die CSU sich unter Zuwandererung vorstellt: "Die Menschen kommen zu uns, weil sie sich mit unseren bayerischen Werten identifizieren", heißt es da. "Wer mit dieser Absicht zu uns kommt, wer unsere Werte schätzt und mit uns leben will, ist ein Gewinn für Bayern."

7.12.14 18:53


Werbung


Razzia in Bremen: Polizei schließt erstmals IS-Moschee in Deutschland

Bremen prescht im Kampf gegen den "Islamischen Staat" vor: Mit großem Polizeiaufgebot wurden eine Moschee und die Haushalte von 16 Privatpersonen durchsucht. Erstmals in Deutschland wurde ein Unterstützerverein der Terrormiliz verboten.

Polizeieinsatz vor dem salafistischen Verein in Bremen: Schlag gegen Islamisten

 

Bremen - Die Polizei kam nach dem Freitagsgebet und passte sich den Gepflogenheiten am Einsatzort an. Als mehr als hundert Bremer Einsatzkräfte zu einer Großrazzia in der Moschee des Kultur- und Familienvereins Masjidu-l-Furqan im Stadtteil Gröpelingen anrückten, gab es eine klare Rollenaufteilung: weibliche Beamte für den Frauen vorbehaltene Räumlichkeiten, männliche für den Rest.

 

Auch ansonsten achteten die Beamten darauf, trotz ernster Vorwürfe keine religiösen Gefühle zu verletzen: Auf den Einsatz von Hunden wurde verzichtet, sogar Überzieher für ihre Schuhe hatten sie dabei, da in Moscheen normalerweise keine Schuhe getragen werden dürfen.

Unter Beobachtung seit 2007

Die Rücksicht auf die religiösen Bräuche hatte ihren Grund: Erstmals in Deutschland haben die Behörden am Freitag einen Moscheeverein verboten, weil dort Propaganda für die Terrormiliz "Islamischer Staat" betrieben wurde. Die Behörden wollten dabei vermeiden, dass ihre Aktion als islamfeindlich erscheint.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer ordnete das Verbot des Vereins an, weil in den Predigten in der Moschee immer wieder der Dschihad und Dschihadisten verherrlicht worden sein sollen. Außerdem könnte dem Moscheeverein eine wichtige Rolle bei der Ausreise von Kämpfern aus Deutschland zukommen, die sich in Syrien Terrororganisationen wie dem IS oder der Nusra-Front anschließen.

Allein aus dem Umfeld des salafistischen Kultur- und Familienvereins sind bislang acht Männer, sieben Frauen und elf Kinder in die Krisenregion gereist, um sich radikalen Organisationen anzuschließen. Der Bremer Verfassungsschutz beobachtet den Verein bereits seit 2007. Dieser hatte sich ursprünglich von einem anderen Moscheeverein abgespalten und entwickelte sich nach Einschätzung der Bremer Behörden zunehmend ins radikal-salafistische Spektrum.

550 Personen ausgereist, 180 zurückgekehrt

 

Radikale Muslime, die aus der Bundesrepublik ausreisen, um sich in Syrien oder im Irak dem Dschihad anzuschließen, stehen bei den Sicherheitsbehörden besonders unter Beobachtung. Bislang haben sich rund 550 Personen auf diesen Weg begeben, rund 180 sind wieder zurückgekehrt. Sie könnten, so betonen Vertreter von Verfassungsschutz- und Polizeibehörden, besonders stark radikalisiert und durch die Gewalttaten vor Ort verroht sein.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) warnte jüngst in einem internen Papier vor Anschlägen von zurückgekehrten IS-Sympathisanten. Allerdings stellen auch jene Dschihadisten, die an der Ausreise in das Kriegsgebiet gehindert wurden, nach Ansicht der Behörden ein Bedrohungspotenzial dar.

In Bremen wurde am Freitag offenbar niemand festgenommen. Allerdings wurden neben den Räumen des Kultur- und Familienvereins auch die Haushalte von 16 Privatpersonen durchsucht. Erst unlängst hatte die Polizei in Hessen bei einer Durchsuchung eines Syrien-Rückkehrers ein Sturmgewehr des Typs Kalaschnikow gefunden.

 

7.12.14 18:47





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung